Artikel aus den Westfälischen Nachrichten

So sieht ein Ritter von St. Peter und St. Paul aus: Prof. Dr. Lothar Gellert ist seit April Großprior des Großkapitels Deutschland. Er erwartet zur Investiturfeier in Brochterbeck und Lengerich Angehörige verschiedener Ritterorden.  Foto: Achim Giersberg
So sieht ein Ritter von St. Peter und St. Paul aus: Prof. Dr. Lothar Gellert ist seit April Großprior des Großkapitels Deutschland. Er erwartet zur Investiturfeier in Brochterbeck und Lengerich Angehörige verschiedener Ritterorden. Foto: Achim Giersberg

Mi., 19.07.2017

 

Großkapitels der Ritter von St. Peter & St. Paul Helfer für Menschen in Not

 

Von Sigmar Teuber

 

Tecklenburg-Brochterbeck - „Investiturfeier des Großkapitels der Ritter von St. Peter & St. Paul“: Dieser Termin steht am Samstag, 22. Juli, im Kalender der Gemeinde St. Peter und Paul Brochterbeck. Ab 11.30 Uhr treffen sich in der Kirche „Angehörige verschiedener Ritterorden in ihren Rittermänteln und teilweise mit ihren Ordensbannern“, schreibt Professor Dr. Lothar Gellert , Großprior des Großkapitels Deutschland der Bruderschaft der Ritter von St. Peter & St. Paul. Im April erhielt er die Ritterweihe und darf sich seitdem Simon I. von Tecklenburg nennen. Die Gäste (jeder ist willkommen) erwartet ein farbenprächtiges Bild.

 

„Praesis ut prosis, non ut imperes“ – „Lebe, um zu dienen, nicht um zu herrschen“, lautet der Wahlspruch der Ritter von St. Peter & St. Paul.

 

Doch was sind das eigentlich für Menschen, die sich heute noch Ritter nennen?

 

„Wir sind eine Gemeinschaft von Männer und Frauen, die sich uneigennützig und ehrenamtlich für Menschen in Not einsetzen. Auch wenn wir eine katholische Gemeinschaft sind, so steht jedem, der eine christliche Gesinnung hat, unsere Vereinigung offen. Unsere Mitglieder verbindet die Aufgabe, anderen Mensch zu helfen, ungeachtet der Stellung, Nationalität oder ethnischen Zugehörigkeit“, heißt es im Internetauftritt des 1996 in Australien wiedergegründeten Ordens.

 

Orden sei in diesem Falle aber eigentlich das falsche Wort, hatte Gellert in einem Interview zu Beginn dieses Jahres, Wochen vor seiner Amtseinführung, erklärt. Streng genommen dürften sich „Orden“ nur Organisationen nennen, die von der katholischen Kirche ausdrücklich dazu befugt seien – der Johanniter-Orden, der Malteserorden und der Ritterorden vom Heiligen Grab zum Beispiel. Alle anderen Orden seien nicht Orden im kirchenrechtlichen Sinn und hätten damit einen anderen Status. Aber der Papst habe wissen lassen, dass er die „Bruderschaft von St. Paul und Peter“ in seine Gebete einschließe.

 

Zu den ritterlichen Tugenden zähle das caritative Element. Anderen zu helfen, bei den Treffen, Konvent genannt, zu sammeln, gemeinnützige Projekte zu unterstützen, das sei der eigentliche Kern des Ritter-Seins. So unterstütze das St. Peter und Paul Großkapitel unter anderem „Mary‘s Meal“, das zum Ziel habe, jedem Kind in Afrika eine warme Schulmahlzeit zu ermöglichen. Ein anderes Projekt sei das Sammeln von Plastikverschlüssen, um Polio-Impfstoffe zu finanzieren. In Brochterbeck unterstütze die Bruderschaft die Partner-Kirchengemeinde St. Peter und Paul, die sich für ein Kinderdorf in Brasilien engagiere, so der Großprior damals.

 

Mit 14 Mitgliedern in Deutschland und rund 40 Freunden und Interessenten ist der Peter-und Paul-Orden eine kleine, aber eingeschworene Gemeinschaft, weltweit sind es nicht mehr als 200 Mitglieder. Regelmäßige Treffen sind da, rein organisatorisch, schwierig. Aber weil die gesamte Ritter-Szene gut untereinander vernetzt ist, gebe es immer wieder Anlässe, wo man sich treffe. Wie zum Beispiel am Samstag in Brochterbeck.

 

Wie Professor Lothar Gellert berichtet, erfolgt am Samstag – nach einem Mittagessen im historischen Gasthof Franz – ein Ortswechsel nach Lengerich. Dort findet am Nachmittag die Investiturfeier im Centralhof statt. Dabei erhalten acht Mitglieder aus Deutschland und Österreich den Ritterschlag.

 

Wer dabei sein und den Orden als Gast (Pilger genannt) kennenlernen möchte, meldet sich bei Lothar Gellert unter  01 71 / 29 19 499

Original aus den" Westfälischen Nachrichten"