Teilnahme des GK Deutschland an der Investitur-Feier auf Malta

Das Großkapitel Deutschland der Bruderschaft der Ritter von St. Peter & St. Paul hat mit neun Rittern und Damen an den Investitur-Feierlichkeiten der Bruderschaft teilgenommen, die vom 23. bis 29. Juni auf Malta und Gozo stattfanden.


Nachdem alle anreisenden Teilnehmer am 23. Juni ihr Bestimmungsziel erreicht hatten, begann das offizielle Programm am 24. Juni.


Bereits hier zeigte sich, dass bei der Veranstaltung viel Improvisationstalent von Nöten war. Laut Einladung war für diesen ersten Tag ein Ausflug zur Ramla Bay und nach Nadur geplant. Leider wurde dieser Ausflug gestrichen und jeder konnte den Tag entsprechend eigener Vorstellungen gestalten. Das Großkapitel Deutschland nutzte die Zeit für einen Ausflug nach Victoria, der Hauptstadt Gozos, und besichtigte die Altstadt und die Zitadelle.

Den Höhepunkt des Tages stellte die Heilige Messe in der Basilika von Sankt Peter und Sankt Paul in Nadur dar, die vom Bischof Emanuel Barbara zelebriert wurde und zu der alle Ritter und Damen im roten Ordensmantel und mit Ordenskreuz erschienen. Besonders beeindruckend an diesem Gottesdienst war die musikalische Unterstützung des Chores und des Orchesters.

Anlässlich dieser Messe wurde eine Spendengabe des Großkapitels Deutschland an die katholische Mission in Kenia übergeben.

Im Anschluss daran fand ein gemeinsames Abendessen (Folk Dinner) auf einem schönen Platz hinter der Basilika mit musikalischer Untermalung statt.

Der Sonntag begann mit einer gemeinsamen Messe in der Basilika von da Ta‘Pinu. Diese Wallfahrtskirche liegt ungefähr 20 Autominuten von der Stadt Mgarr und dem Hotel des Großkapitels Deutschland entfernt und unsere Ritter und Damen mussten zunächst einmal sehen, wie man überhaupt dorthin gelangt, denn auf verlässliche Fahrzeiten der Busse auf Malta und Gozo sollte man lieber nicht bauen. Wie in den nächsten Tagen noch häufig, denn ein gemeinsamer Transport aller Teilnehmer fand nie statt, nahmen wir ein Taxi.

Basilika Ta´Pinu

Nach der Messe waren die einzelnen Großkapitel wieder auf sich gestellt und jede Gruppe unternahm etwas auf eigene Faust. Für das Großkapitel von Australien war ein Mini-Bus organisiert und wir fuhren … mal wieder Taxi. Wir besuchten zunächst das so genannte „azure Window“, eine Felsformation im Meer an der Westküste Gozos, die einmal wie ein Fenster aussah, deren oberer Teil jedoch im letzten Jahr eingestürzt ist. Hier wächst auch eine pilzähnliche Schwammpflanze (Malteserschwamm), die die Johanniter zur Blutstillung nutzten und an die europäischen Adelshöfe verkauften. Eigens zur Bewachung dieses „Schatzes“ errichteten sie einen Kontrollturm.

Von dort aus nahmen wir einen der „hop-on-hop-off-Busse“ und fuhren zur Tempelanlage von Ggantija, einer über 3000 Jahre alten Ausgrabungsstätte. Besonders beeindruckend ist, wie man schon damals Mauern aus ca. 5 m breiten und 3 m langen Steinblöcken bauen konnte.

Den Abend verbrachten wir Ritter und Damen des Großkapitels Deutschland im netten Ambiente unseres Hotels. Da entgegen dem ursprünglichen Programm am Montag dem 26. Juni auch nicht der Besuch der „stillen“ Stadt Mdina stattfand, schmiedeten wir Pläne für den nächsten Tag, der der Hauptstadt von Malta, Valletta, gewidmet werden sollte.

                                                                                                         Im Hotel                                                                                       Aufbruch nach Valetta

Valetta Impressionen

Am Abend fand dann wieder eine Messe in der Basilika von Nadur statt, dieses Mal allerdings nicht im Mantel der Bruderschaft, sondern in Freizeitkleidung. Auch diese Messe war ein musikalischer Hochgenuss, insbesondere der den Aposteln Petrus und Paulus gewidmete Marsch mit dem Titel "Antifon Petrus Apostolus".

Im Anschluss an die Messe nahmen die Ritter und Damen an einer Straßenprozession teil, bei der die Statue von Sankt Peter und Sankt Paul durch die Straßen von Nadur getragen wurde und kurz vor Mitternacht auf dem Platz vor der Basilika eintraf.

Für den Dienstag stand dann – wieder in Eigenregie des Großkapitels Deutschland - ein Ganztagsausflug nach Mdina, der ehemaligen alten Hauptstadt der Insel Malta, auf dem Programm. Hier besichtigten die Ritter und Damen des Großkapitels Deutschland die St. Peter und Paul Kathedrale sowie eine Präsentation der Geschichte Maltas in einer Audio-Visual-Show. Das eigentlich Typische dieser „Silent City of Mdina“ sind allerdings die idyllischen engen Gassen, hübschen Haustüren und schönen Türklopfer sowie Heiligenreliefs.

Der Mittwoch stand dann ganz im Zeichen der Investitur-Veranstaltung. Ab dem frühen Nachmittag wurde zunächst ein Arbeitstreffen im Rathaus der Stadt Nadur durchgeführt. Hier wurden auch Anträge zur Abstimmung gebracht und Entscheidungen getroffen, in deren Durchführung das Großkapitel Deutschland noch Klärungsbedarf sieht.
Die anwesenden Großpriore hatten die Gelegenheit, Grußworte zu entrichten und sich und die Anliegen ihres Großkapitels vorzustellen. Ebenso stattete der Bürgermeister von Nadur der Versammlung einen kurzen Besuch ab und nahm den Dank der Bruderschaft für seine Unterstützung entgegen. Weiterhin wurden im Rahmen einer Investitur mehrere neue Mitglieder formell aufgenommen. Entgegen der ursprünglichen Ankündigung hat es jedoch keine Ritterschläge gegeben. Hierfür wäre auch gar keine Zeit gewesen, weil der Zeitplan ziemlich aus den Fugen geraten war.

Nach der Investitur-Feier herrschte zunächst etwas Unsicherheit über den weiteren Verlauf. Die Kirche, in der wir uns zunächst von dem nicht klimatisierten Raum der Investitur etwas erholen und im Schatten sitzen konnten, war nicht diejenige, in der der geplante anschließende Gottesdienst stattfinden sollte. Sie bot uns aber Gelegenheit für ein schönes Foto unseres Großkapitels Deutschland.

Mit einer Stunde Verspätung ging es dann in einer Prozession zur Basilika von Nadur, wo wir im Rahmen einer Messe noch einmal in den Genuss der musikalischen Begleitung durch Chor und Orchester kamen, aber wie jeweils zuvor von dem Gottesdienst auf Maltesisch leider kein Wort verstanden.

Das deutsche Kapitel verließ die Feierlichkeiten im unmittelbaren Anschluss an die Messe, weil die ersten Vorbereitungen für die Rückreise getroffen werden mussten. Das auch an diesem Abend wieder stattfindende Feuerwerk konnten wir von der Terrasse unseres Hotels aus sehen und uns dabei bewusst machen, dass wir in den letzten Tagen nicht nur Ordensarbeit geleistet hatten, sondern vor allem auch neue Freunde gefunden haben.

Text:                                                                                                                  Fotos:
                   Lothar Gellert, Großprior                                                          Brigitte Gellert, Gerhard Ficker, Peter M. Neuen